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Ich Laufe.org
15.05.09 von Mag. Michael Koller
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Wettkampf: Kein Sonntagsspaziergang

Hier liest du, wie du den Fight richtig angehst!
 
DPPI/Dizo-pictures.com
Laufen im Angesicht des Eiffelturms: Wer bekommt da nicht Lust auf einen Wettkampf? 


Vor knapp mehr als 20 Jahren wurden Marathonstarter noch als irre Asketen betrachtet. Wer läuft schon freiwillig 42,195 km? Heute ist der Marathonlauf eine große Volkslaufveranstaltung geworden, kürzere Distanzen werden gern belächelt und abgewertet. Nur wer einen Marathon unter 4 Stunden beendet, gilt bei vielen als leistungsfähig und körperlich fit.

Für viele ist das noch immer nicht genug – sie wollen mehr! Nur wer einen Ironman erfolgreich bestreitet, zählt für sie im 21. Jahrhundert wirklich zu den Winnern.

Der berufliche Leistungsdruck hat sich in den Sport übertragen. Nach einem stressigen Arbeitstag wird noch fleißig und hart trainiert. Nach dem Motto „No pain, no gain“ wird aus jeder Trainingseinheit ein Wettkampf gegen die eigene Uhr.

Unser Körper entschuldigt zwar extrem viel, aber irgendwann hat er sein Limit erreicht.

Das Training ist das Wertvolle
Wenn Sie nicht von Siegerprämien und Sponsorgeldern leben können, sollten Sie vor allem den gesundheitlichen Benefit des Laufens nutzen. Und gesund ist nicht der Marathon selbst, sondern das Training.

Wenn man sich optimal vorbereitet und das Rennen vernünftig bestreitet, gibt es auch keine Schäden..

Es liegt in Ihrer Hand!
Jahr für Jahr bin ich beim Medical Center des Vienna City Marathons geschockt, wie fahrlässig manche Hobbysportler mit Ihrer Gesundheit umgehen. Die Teilnahme bei einem Wettkampf - egal über welche Distanz oder auf welchem Niveau - stellt eine hohe Anforderung dar, der nur ein gesunder Körper gewachsen ist.

Schon unscheinbare Verkühlungen können folgenschwere Nachwirkungen mit sich bringen. Es liegt in Ihrer Eigenverantwortung, wie vorbereitet Sie in den Wettkampf gehen. Und es liegt allein in Ihrer Hand, ob sie zu den gesunden Gewinnern gehören oder nicht.

Nach Tragödien wie etwa jener mit zwei Todesopfern beim 8. Berglauf auf die Zugspitze werden immer wieder Stimmen laut, dass Teilnehmer sportmedizinische Atteste vorlegen müssen. Grundsätzlich begrüße ich diese Idee. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man uns Sportler nicht alles vorschreiben muss oder darf.

Klarheit durch sportmedizinische Untersuchung
Wer langfristig vom Sport profitieren will, macht einen regelmäßigen sportmedizinischen Check. In der Sportordination können Sie eine sportmedizinische Untersuchung in Kombination mit einer Laktatdiagnostik durchführen. Das Team der Sportordination, welches unter anderem das Medical Center des VCM betreut, ist die ideale Plattform in Sachen Sporttraumatologie, Sportphysiotherapie, internistische Sportmedizin uvm.

Und: In erster Linie geht es in der sportmedizinischen Leistungsdiagnostik nicht darum, die optimale Laufleistung zu erbringen, sondern zu klären, in welchem Maß der Körper überhaupt belastbar ist. In der Leistungsdiagnostik erhalten Sie Informationen über die Belastbarkeit Ihres Herz-Kreislaufsystems. Anhand der Messdaten (Herzfrequenz, Laktatwert und Geschwindigkeit) werden Ihre individuellen Herzfrequenzzonen und mögliche Zielzeiten ermittelt.

Das Finish-Glück prägt das Training
Jeder der schon selbst gefinisht hat oder die positiven Emotionen im Zielgelände miterlebt hat, kennt die schönen Seiten des Laufsports. Diese glücklichen Momente prägen unseren Trainingsalltag.

Dennoch ist es wichtig, dass wir nicht aus jedem Training einen Wettkampf machen.

Gerade Einsteiger gestalten ihr Training zu schnell und meist auch zu monoton. Planmäßige Vorbereitung macht vor allem für den Marathon Sinn. Ein Marathonstart sollte mehrere Monate im vor hinein geplant werden. Anfänger sollten sich überhaupt mehr als ein Jahr auf diesen Event vorbereiten.

Körper gibt es nur einen, Wettkämpfe jedes Wochenende
Die Adaptation des Gelenks- und Skelettsystem ist wesentlich langsamer als jene des Herzkreislaufsystems oder des Stoffwechselsystems. Gehen Sie es langsam und locker an. Es läuft Ihnen nichts davon. Setzten Sie sich realistische Ziele.

Es muss nicht immer die Zeit sein, die im Vordergrund steht. Wenn Sie aber auf Zeit laufen, dann eifern Sie keiner vermessen Fabelzeit hinterher. Wenn es diesmal nicht Ihr Tag ist und Sie sich nicht wohl fühlen, dann kann man einen Wettkampf durchaus auch abbrechen.

Achten Sie auf Ihren Körper, Sie haben nur diesen einen! Wettkämpfe gibt es dagegen beinahe jedes Wochenende.

Die ichlaufe.org-Top-Tipps:

  • Gesund ist nicht der Wettkampf selbst, sondern das Training.
  • Lassen Sie die glücklichen Momente Ihr Training prägen
  • Die Anpassung des Gelenks- und Skelettsystem ist wesentlich langsamer als jene des Herz-Kreislauf- oder des Stoffwechselsystems. Setzen Sie sich realistische Ziele!

 

 
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