Run auf den Streckenrekord
Der Österreichische dm Frauenlauf sieht am Sonntag nicht nur der 100.000sten Starterin in der Geschichte der Veranstaltung entgegen, sondern auch einem packenden Elite-Rennen mit drei absoluten Top-Läuferinnen.

Viele Siegesanwärterinnen im Prater: Papp, Prokopcuka, Johnson, Augusto, Pereira mit Veranstalterin Dippmann.
Geht es nach den Bestzeiten von Benita Johnson und Jelena Prokopcupa, dann wird es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Favoritinnen der diesjährigen Ausgabe. Über 10.000 m trennen die Australierin und die Lettin gerade einmal 1,2 Sekunden, über 5.000 m – das ist auch die Distanz des Elitelaufs beim Österreichischen Frauenlauf – liegen die beiden bei ihren Bestmarken gar nur 11 Hundertstel auseinander.
Papp dritte Siegeskandidatin, Augusto heiße Co-Favoritin
Wer kann diesen beiden Ladies den Sieg streitig machen? Ganz sicher Krisztina Papp, gern gesehener Gast beim Frauen-Spektakel im Prater. Die Ungarin fixierte im Jahr 2006 als Siegerin mit 15:35,9 Minuten den noch immer gültigen Streckenrekord. Nicht zu unterschätzen ist auch Jessica Augusto. Die zierliche Portugiesin ist auf Unterdistanzen spezialisiert (Olympiastarterin 2008 über 3000 m Hindernis und 5.000 m in Peking) und könnte bei der Vergabe der Podestplätze ein gewichtiges Wort mitreden.
Prokopcupas Premiere in Wien und Österreich
Gespannt darf man in erster Linie auf den Auftritt von Prokopcupa sein. Die 32-jährige Lettin hat u.a. zwei Siege beim New York City-Marathon auf ihrer Visitenkarte stehen und beehrt erstmals Österreich als Wettkampfläuferin. „Ich bin seit meinen Marathonerfolgen ein Star in meiner Heimat“, so Prokopcupa selbstbewusst. Das will sie nun auch in Wien beweisen.
Johnson von Günther Weidlinger eingekocht
Auch für Benita Johnson sind die Hauptallee und Österreich Neuland. Die Crosslauf-Westmeisterin von 2004 ist wie Prokopcupa viel auf der Langstrecke unterwegs, hat zuletzt ihren Fokus aber auf kürzere Distanzen gelegt. Wie auch die Lettin hat die 30-Jährige über die Marathondistanz die ausgezeichnete Bestzeit von 2:22 Stunden stehen. "Unter 2:20 zu laufen ist sicher noch ein Ziel von mir."
Österreich-Bezug gibt es auch bei ihr: Im vergangenen November hat Johnson in ihrer Heimat u.a. mit Langstreckenspezialist Günther Weidlinger trainiert. „Günther hat mir damals auf einer Party in meinem Haus Palatschinken gekocht. Auch die sind ein Grund, warum ich nach Wien gekommen bin“, scherzt die quirlige Australierin.
Feierstimmung überall
So ein Gedränge um die begehrten Podestplätze wie heuer hat es beim Österreichischen Frauenlauf schon lange nicht mehr gegeben. Den meisten der 18.130 Teilnehmerinnen aus 70 Nationen wird es aber egal sein, wer schlussendlich die Nase vorne hat. Sie feiern in ihrem jeweiligen Bewerb ihr ganz persönliches Lauffest. Feiern dürfen auch die Veranstalter Ilse Dippmann und Andreas Schnabl, die am Sonntag die 100.000ste Starterin in der Geschichte des größten Frauenlaufs Kontinentaleuropas begrüßen dürfen.
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